NACHHALTIGKEIT IM MITTELSTAND:
Kein Nachhaltigkeitsbericht. Aber trotzdem jede Menge Fragen.
Der Kunde möchte wissen, wie viel CO₂ bei der Produktion entsteht. Die Bank fragt nach Nachhaltigkeitskennzahlen. Ein neuer Geschäftspartner interessiert sich für Materialien, Energieverbrauch und soziale Standards. Und plötzlich soll das Unternehmen Antworten liefern, obwohl es selbst gar nicht zur umfassenden Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet ist. Kommt Ihnen bekannt vor?
Gerade im Mittelstand beschäftigen sich viele Unternehmen längst mit Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Arbeitsbedingungen und verantwortungsvollem Wirtschaften. Doch häufig liegen die Informationen in unterschiedlichen Abteilungen, Tabellen oder Dokumentationen. Für Außenstehende sind sie kaum zugänglich. Die Herausforderung besteht deshalb nicht immer darin, noch mehr Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu entwickeln. Sondern zunächst darin, die vorhandenen Informationen sinnvoll zusammenzuführen.
Denn wer verantwortungsvoll wirtschaftet, sollte auch verständlich zeigen können, was das konkret bedeutet.
KEINE BERICHTSPFLICHT. KEIN HANDLUNGSBEDARF?
Ganz so einfach ist es nicht. Die Europäische Union hat die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung 2026 vereinfacht. Nach den neuen CSRD-Vorgaben betrifft sie grundsätzlich Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und einem jährlichen Nettoumsatz von mehr als 450 Millionen Euro. Damit fallen viele mittelständische Unternehmen nicht unter die allgemeinen neuen EU-Schwellenwerte. Doch ihre Kunden, Banken und Geschäftspartner benötigen möglicherweise weiterhin Informationen über Umweltaspekte, Arbeitsbedingungen und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Hier setzt der freiwillige europäische Nachhaltigkeitsberichtsstandard an. Er bietet Unternehmen eine strukturierte Grundlage, um relevante Informationen zu erfassen und bereitzustellen. Für die Unternehmenskommunikation eröffnet das neue Möglichkeiten. Statt allgemeiner Nachhaltigkeitsversprechen können konkrete Maßnahmen, Kennzahlen und Fortschritte nachvollziehbar dargestellt werden.
Denn auch ohne umfassende Berichtspflicht bleibt die Frage: Was möchten Kunden und Geschäftspartner über Ihr Unternehmen wissen?
SECHS THEMEN, BEI DENEN KUNDEN GENAUER HINSCHAUEN
- Energie Wie viel Energie verbraucht Ihr Unternehmen? Strom, Wärme und weitere Energieträger gehören zu den Informationen, die für Kunden und Geschäftspartner interessant sein können. Entscheidend sind nachvollziehbare Werte und ein klarer Bezug zum betrachteten Standort oder Unternehmen.
- Emissionen Welche Treibhausgasemissionen entstehen? Unternehmen werden zunehmend nach ihrer Klimabilanz gefragt. Dabei ist wichtig, welche Emissionsquellen erfasst wurden, wie die Werte berechnet wurden und welcher Zeitraum betrachtet wird.
- Ressourcen Wie gehen Sie mit Materialien und Abfällen um? Materialeinsatz, Recycling, Wiederverwendung und Maßnahmen zur Ressourcenschonung können wichtige Informationen sein. Besonders bei produzierenden Unternehmen lässt sich hier häufig konkret zeigen, was sich verändert hat.
- Menschen Welche Verantwortung übernehmen Sie für Ihre Mitarbeiter? Arbeitssicherheit, Weiterbildung, Arbeitsbedingungen und die Entwicklung von Beschäftigten gehören ebenfalls zur Nachhaltigkeit. Denn verantwortungsvolles Wirtschaften betrifft nicht nur die Umwelt.
- Verantwortung Welche Regeln bestimmen Ihr unternehmerisches Handeln? Geschäftsethik, der Umgang mit Risiken und klare Verantwortlichkeiten können für Kunden und Geschäftspartner wichtig sein. Besonders dann, wenn Unternehmen langfristig zusammenarbeiten möchten.
- Fortschritt Was haben Sie bereits erreicht und woran arbeiten Sie noch? Einzelne Maßnahmen sind ein guter Anfang. Wirklich aussagekräftig wird Nachhaltigkeitskommunikation, wenn Ziele, bisherige Ergebnisse und verbleibende Herausforderungen verständlich dargestellt werden.
Projekte, die zeigen, wie wir arbeiten.
Hier ein paar aufgewählte Projekte, wie wir unsere Kunden unterstützen konnten.
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zum Projekt : GeschäftsberichtAWIGO
Geschäftsbericht
WIE GUT KÖNNEN SIE IHRE NACHHALTIGKEIT ERKLÄREN?
Machen Sie den Informationscheck.
Stellen Sie sich vor, einer Ihrer wichtigsten Kunden bittet Sie morgen um konkrete Angaben zur Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens. Könnten Sie die folgenden drei Fragen beantworten?
1. Wissen wir, welche Nachhaltigkeitsinformationen unsere Kunden und Geschäftspartner tatsächlich benötigen?
2. Liegen die wichtigsten Kennzahlen, Maßnahmen und Nachweise aktuell und zentral verfügbar vor?
3. Können wir diese Informationen so erklären, dass auch Menschen außerhalb unseres Unternehmens sie verstehen?
Wenn Sie bei einer Frage unsicher sind, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Vielleicht benötigen Sie gar keinen umfangreichen Nachhaltigkeitsbericht. Sondern zunächst eine gute Übersicht über Ihre bestehenden Maßnahmen und Informationen. Denn Nachhaltigkeitskommunikation beginnt nicht mit der schönsten Formulierung. Sondern mit der Klarheit darüber, was tatsächlich dahintersteckt.
VSME UND VS: WAS STECKT HINTER DEM FREIWILLIGEN NACHHALTIGKEITSSTANDARD?
Nicht jedes Unternehmen benötigt einen umfangreichen Nachhaltigkeitsbericht nach den europäischen CSRD-Vorschriften. Damit kleinere Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsinformationen trotzdem strukturiert bereitstellen können, wurde der freiwillige VSME-Standard entwickelt. Im September 2026 hat die EU einen darauf aufbauenden freiwilligen Standard als verbindlichen europäischen Rechtsakt veröffentlicht. Er wird auch als Voluntary Standard, kurz VS, bezeichnet. Der Standard unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeitsinformationen nach einheitlichen Kriterien zusammenzustellen.
- Basismodul Es umfasst grundlegende Angaben zum Unternehmen, zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie relevante Kennzahlen aus Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
- Zusatzmodul Es ergänzt das Basismodul um weiterführende Informationen, beispielsweise zu Geschäftsmodell, Klimazielen, Risiken oder sozialen Aspekten. Besonders für Unternehmen mit umfangreicheren Informationsanforderungen kann das sinnvoll sein.
Die Angaben richten sich nach den Regeln des jeweiligen Moduls und ihrer Anwendbarkeit auf das Unternehmen.
- Was bringt das dem KMU? Statt für jeden Geschäftspartner unterschiedliche Informationen mühsam zusammenzustellen, kann das Unternehmen eine gemeinsame Datengrundlage entwickeln. Diese kann für Kundenanfragen, Gespräche mit Banken, eine freiwillige Berichterstattung und die Unternehmenskommunikation genutzt werden. Wichtig ist die Unterscheidung: Der Standard strukturiert die Informationen. Gute Kommunikation macht sie anschließend verständlich.
ZAHLEN ERKLÄREN. GESCHICHTEN MACHEN SIE VERSTÄNDLICH.
Ein Energieverbrauch lässt sich messen. Eine Ressourceneinsparung berechnen. Und eine Nachhaltigkeitsmaßnahme dokumentieren. Doch häufig braucht es mehr, damit Menschen wirklich verstehen, was hinter diesen Informationen steckt.
Bei Hagenhoff verbinden wir strategische Kommunikation mit Design, Fotografie, Videoproduktion und digitalen Lösungen.
Wir helfen Unternehmen, komplexe Informationen verständlich aufzubereiten und tatsächliche Fortschritte sichtbar zu machen.
Denn Zahlen schaffen eine Grundlage. Gute Kommunikation zeigt, was sie bedeuten.
AUS DATEN WIRD VERSTÄNDNIS.
Was möchten Ihre Kunden über Ihre Nachhaltigkeit wissen?
Vielleicht haben Sie bereits viele Informationen gesammelt, wissen aber noch nicht, wie Sie diese verständlich präsentieren können. Vielleicht wünschen sich Ihre Geschäftspartner konkretere Angaben oder Ihre Website braucht einen eigenen Nachhaltigkeitsbereich. Wir helfen Ihnen, die richtigen Themen einzuordnen und daraus eine glaubwürdige Kommunikation zu entwickeln.
STRATEGISCHE BERATUNG KANN FÖRDERFÄHIG SEIN.
Jetzt Förderfähigkeit prüfen
Die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitskommunikation kann mit Fragen zur Unternehmensstrategie, zu internen Abläufen und zur Kommunikation verbunden sein.
Entsprechende Beratungsleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Als entsprechend qualifizierte Agentur prüfen wir gemeinsam, welche Fördermöglichkeiten für Ihr Unternehmen und Ihr Vorhaben infrage kommen.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR NACHHALTIGKEITSKOMMUNIKATION FÜR KMU
Nicht jedes kleine oder mittelständische Unternehmen ist zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet.
Mit der EU-Omnibus-Reform 2026 wurde der Anwendungsbereich der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) deutlich eingeschränkt. Die allgemeinen neuen Schwellenwerte liegen bei mehr als 1.000 Beschäftigten und einem jährlichen Nettoumsatz von mehr als 450 Millionen Euro.
Ob ein Unternehmen tatsächlich berichtspflichtig ist, hängt von den im Einzelfall geltenden gesetzlichen Voraussetzungen ab. Unabhängig davon können andere Informationspflichten bestehen.
Auch nicht berichtspflichtige Unternehmen können von Kunden, Banken und Geschäftspartnern nach Nachhaltigkeitsinformationen gefragt werden.
Deshalb kann es sinnvoll sein, relevante Kennzahlen und Maßnahmen freiwillig zu dokumentieren und strukturiert bereitzustellen.
Die CSRD ist die europäische Richtlinie zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung bestimmter Unternehmen.
Der VSME wurde als vereinfachter, freiwilliger Nachhaltigkeitsberichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt. Die Europäische Kommission hatte seine Verwendung im Juli 2025 empfohlen.
Im September 2026 wurde ein darauf aufbauender freiwilliger europäischer Standard als delegierte Verordnung veröffentlicht. Dieser wird auch als Voluntary Standard (VS) bezeichnet.
Er bietet Unternehmen außerhalb der verpflichtenden CSRD-Berichterstattung eine strukturierte Möglichkeit, Nachhaltigkeitsinformationen freiwillig bereitzustellen.
Der Standard unterscheidet zwischen einem Basismodul und einem ergänzenden Zusatzmodul.
Das hängt vom Zweck der Anfrage und den beteiligten Unternehmen ab.
Mit dem neuen freiwilligen EU-Standard wurde eine Obergrenze für bestimmte Nachhaltigkeitsdaten-Anfragen innerhalb der Wertschöpfungskette festgelegt.
Sie schützt Unternehmen mit höchstens 1.000 Beschäftigten davor, dass CSRD-berichtspflichtige Geschäftspartner für ihre eigene gesetzliche Nachhaltigkeitsberichterstattung beliebig umfangreiche zusätzliche Angaben verlangen.
Diese Regelung gilt für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 und bezieht sich auf die dafür vorgesehenen Datenpunkte.
Sie bedeutet jedoch nicht, dass andere gesetzliche, vertragliche oder geschäftlich begründete Informationsanfragen generell ausgeschlossen sind.
Unternehmen sollten deshalb prüfen, zu welchem Zweck Daten angefordert werden und welche Anforderungen tatsächlich gelten.
Die geeigneten Kennzahlen hängen von der Branche, den tatsächlichen Auswirkungen des Unternehmens und den Informationsanforderungen seiner Geschäftspartner ab.
Typische Themen sind Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Ressourcen- und Materialeinsatz, Abfall, Wasserverbrauch sowie Informationen zu Beschäftigten, Arbeitssicherheit und Weiterbildung.
Der freiwillige europäische Nachhaltigkeitsstandard bietet dafür einen strukturierten Rahmen.
Wichtig ist, dass Daten nachvollziehbar erhoben und einheitlich dokumentiert werden. Dazu gehören auch der betrachtete Zeitraum, die Bezugsgröße und die verwendete Berechnungsmethode.
Für eine verständliche Unternehmenskommunikation sollten anschließend diejenigen Informationen ausgewählt und erklärt werden, die für die jeweilige Zielgruppe besonders relevant sind.
Das hängt davon ab, welches Ziel das Unternehmen verfolgt und ob verbindliche Berichtsanforderungen bestehen.
Ein gut gestalteter Nachhaltigkeitsbereich auf der Unternehmenswebsite kann ausreichen, um Kunden, Bewerbern und Geschäftspartnern wichtige Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele verständlich vorzustellen.
Für eine formelle Nachhaltigkeitsberichterstattung nach einem bestimmten Standard müssen hingegen dessen Vorgaben vollständig berücksichtigt werden.
Eine Website kann einen Bericht ergänzen und seine wichtigsten Aussagen zugänglich machen. Sie ersetzt aber nicht automatisch eine vorgeschriebene Berichterstattung.
Besonders sinnvoll ist es, eine gemeinsame geprüfte beziehungsweise fachlich validierte Datengrundlage zu verwenden. So können Website, Kundeninformationen und Berichte auf denselben Angaben aufbauen.
Die Grundlage sind konkrete, zutreffende und nachvollziehbare Aussagen.
Unternehmen sollten deutlich machen, welche Maßnahmen umgesetzt wurden, welche Ergebnisse vorliegen und worauf sich die Angaben beziehen.
Statt pauschal von einer nachhaltigen Produktion zu sprechen, kann beispielsweise eine nachweisbare Reduzierung des Energieverbrauchs genauer beschrieben werden.
Dabei sollten auch Zeitraum, Bezugsgröße und Grenzen der Aussage berücksichtigt werden.
Wichtig ist außerdem, dass Bilder, Grafiken und Gestaltung keinen irreführenden Eindruck von Umweltvorteilen erzeugen.
Seit September 2026 gelten in Deutschland strengere Vorgaben für bestimmte Nachhaltigkeits- und Umweltaussagen. Deshalb empfiehlt sich bei rechtlich sensiblen Angaben eine zusätzliche fachliche und rechtliche Überprüfung.
BEREIT FÜR NACHHALTIGKEIT, DIE VERSTANDEN WIRD?
Ihr Unternehmen hat Maßnahmen umgesetzt, Kennzahlen erfasst und Ziele entwickelt. Aber die Informationen sind bisher kaum sichtbar oder für Außenstehende schwer verständlich? Dann lassen Sie uns gemeinsam schauen, welche Geschichten und Erkenntnisse darin stecken und wie daraus eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation entsteht. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen.
